Schaut man des Nachts an den Himmel über dem Dreifachen Land, so erblickt man als größtes Objekt den Zerbrochenen Mond, der Monat für Monat Tamelorn umkreist.
Er gleicht einem weißgelben Teller mit vielen Sprüngen und Rissen, der in einige große und viele kleine Teile zersprungen ist, die jedoch größtenteils noch passend beisammen liegen. Einige kleine Bruchstücke fehlen, und umgeben den Zerbrochenen Mond in größerem Abstand. Jeden Monat durchläuft der Mond über dem Dreifachen Land die typischen Mondphasen vom zunehmenden Mond zum Vollmond zurück zum abnehmenden Mond.
In vielen Kulturen des Dreifachen Landes wird der Mond als eine Quelle des Unheils und des Bösen angesehen. Bei Vollmond soll seine düstere Macht am stärksten sein. Dem Volksglauben nach ist dies die Zeit, in der nur Menschen mit bösen Absichten durch die Straßen wandeln, und Geister und sonstige Schrecken der Nacht und des Todes ihre größte Macht haben. Auch Lykantrophe und Andere von wandelbarer Gestalt sollen stark von den Kräften des Mondes abhängig sein. Schamanen, Hexen und Paktierer nutzen dem Aberglauben nach den Vollmond für ihre abscheulichen Fähigkeiten.
Zwar war der Mond des Dreifachen Landes schon immer ein Quell des Unheils, doch war er nicht immer zerbrochen. Noch vor fast tausend Jahren, als das erste protarische Imperium unter den Priesterkaisern auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, zog der Mond ohne Risse und Sprünge über den Nachthimmel. Erst zu Beginn der Jahrhunderte der Dunkelheit, als die Dämonentore von Gorotha aufgestoßen wurden, zerbrach der Mond, denn das dritte Tor, das Lunum Gorotha, befand sich in seinem Innern, und als dessen Flügel aufschlugen, rissen sie den Mond auseinander. Bis heute ist unklar ob während des Feldzugs des Lichts auch dieses dritte Tor wieder verschlossen wurde. Und so mehrten sich verständlicherweise in den vergangenen Jahrhunderten die Sagen, Geschichten und der Aberglaube über das Böse im Zerbrochenen Mond.









