Die vergangenen Tage der Völker des Dreifachen Landes sind voll von den Schicksalen großer Helden, dem Auf- und Niedergang ganzer Völker und Reiche, voll von Kriegen, Bündnissen, Mythen, voll von goldenen und von finsteren Zeiten. Viele Ereignisse der Vergangenheit bleiben uns heute durch den Nebel der Zeit wohl für immer verborgen. Hier und da sprechen Ruinen, Denkmäler oder die Erzählungen und Märchen von Geschichtenerzählern zu uns und versuchen, uns an die Tage unserer Väter zu erinnern. Die Geschichte, die wir erfahren, unterscheidet sich zudem von Volk zu Volk und von Ort zu Ort. Und doch scheint es so etwas wie einen roten Faden großer Ereignisse und Epochen zu geben, wenn man die Vergangenheit ans Tageslicht holen will. Die Mehrzahl der heutigen Gelehrten teilt die Geschichte des Dreifachen Landes deshalb in fünf große Zeitalter ein.
Erstes Zeitalter
Das erste Zeitalter wird gemeinhin als das Zeitalter der Weltenschöpfung bezeichnet. Zu Anbeginn der Zeit führten Astar und Laruhl ihren Kampf, in dem nach astarischen Glauben die Welt entstand. Jedoch besitzt jedes Volk einen eigenen Mythos der Schöpfung, auch wenn in vielen ein Kampf zwischen Göttern oder Urmächten erwähnt wird, in welchem Tamelorn geboren wurde. Auch die Erschaffung der Erzengel und der Erzdämonen, die Ordnung des Laufs der Zeit und die Geburt vieler anderer göttlicher Wesen fallen in dieses Zeitalter. Die Sterne, der Mond und die Sonne erhielten ihren Platz am Firmament, Erde wurde von Luft, Feuer von Wasser, Leben von Tod und Ordnung von Chaos getrennt.
Zeites Zeitalter
Das zweite Zeitalter ist die Blütezeit der alten Völker der Avellar, der Draugar und der Echsenmenschen. Für die während dieses Zeitalters hauptsächlich noch in kleinen, nomadischen Stämmen lebenden Menschen war die Zeit noch nicht gekommen. Nur vereinzelt existierten kleine menschliche Königreiche, wobei die von Mythen umwobenen Reiche der Sonne und des Mondes wohl Ausnahmen waren. Im Allgemeinen wird dieses Zeitalter heute als das Zeitalter der Mythen und Legenden bezeichnet. Zwar weiß heute niemand mehr wie lange es währte, doch weiß man, dass wohl so bedeutende Ereignisse und Epochen wie das Goldene Zeitalter der Avellar, die Blüte und der Untergang sowohl des Reiches der Sonne als auch des Reiches des Mondes, der erste Marsch der Verdammten, der Weltenbrand, und die Legenden von Selthian Sarthunis und dem Lied der Ewigkeit und von Theriar Dornenklinge, dem Schlächter der 999 Oghrons in dieses Zeitalter fallen.
Drittes Zeitalter
Nach dem Weltenbrand waren die menschlichen Völker Tamelorns in Bewegung geraten. Die Hochkulturen der alten Völker hatten ihren Zenith überschritten. Ihr Wissen und ihre Künste fielen Schritt für Schritt dem Vergessen anheim. Nach ihrem Goldenen Zeitalter zersplitterten sich die Avellar durch das Schisma von Quen´dar Shien in die drei heute noch existenten Avellarvölker. In dieser Zeit des Niedergangs erreichte ein neues, menschliches Volk mit einer großen Flotte aus Schiffen die Küsten des Dreifachen Landes. Die Protarier waren aus ihrer verlorenen Heimat, die weit im Osten jenseits des Endlosen Ozeans vermutet wird, aufgebrochen, um neues Land zu erschließen. In dieser Zeit, die heute als die protarische Dämmerung bezeichnet wird, brachten die Protarier den Menschen des Dreifachen Landes Kultur, Ordnung und den Glauben an Astar. Das Zeitalter der Menschen hatte begonnen. Nur wenige Jahrzehnte nach ihrer Ankunft gründeten die Protarier das erste protarische Imperium, das schon wenig später das größte Reich werden sollte, welches das Dreifache Land bis dahin gekannt hatte. Mehr als dreihundert Jahre lang dehnten die Kaiser des ersten Imperiums die Reichgrenzen kontinuierlich aus. Erst die Machtergreifung des Großen Usurpators und sein Sturz durch den Primus der astarischen Kirche zerbrachen die Kaiserfolge auf dem Thron des Reiches. In der anschließenden Epoche der Priesterkaiser erlebte das erste protarische Imperium seine volle Blüte. Künste, Bildung und Glauben waren neben der Sicherung der bestehenden Grenzen die wichtigsten Güter jener Zeit. Doch auch die Epoche der Priesterkaiser sollte nicht ewig wären. Durch das Wirken Loracs des Verdammten und Izamael, dem Gefallenen Engel, und die Öffnung der Tore von Gorotha versank das erste protarische Imperium schließlich in Ruinen. Der Große Bürgerkrieg, der zweite Marsch der Verdammten und die aus den Toren strömenden Scheusale der Niederhöllen beendeten schließlich das dritte Zeitalter und mündeten direkt in den Jahrhunderten der Dunkelheit.
Viertes Zeitalter
Als das vierte Zeitalter werden die Jahrhunderte der Dunkelheit bezeichnet. Dieses wohl dunkelste Kapitel in der Geschichte Tamelorns währte für fast vier Jahrhunderte. Die Jahrhunderte der Dunkelheit wurden eingeläutet, als das erste protarische Imperium unter den Priesterkaisern auf dem Zenith seiner Macht stand. Die Verbannung Ermelion Loracs in das Kloster Mon Thyzad, seine schicksalhaften Tage bei den Mönchen der Bruderschaft des Wissens und seine Begegnung mit Izamael, dem gefallenen Engel, läuteten den Untergang des dritten Zeitalters ein. Als die Tore von Gorotha durch das Wirken Loracs des Verdammten und des gefallenen Engels geöffnet wurden, waren die Pforten zu den Niederhöllen aufgestoßen. Die Kräfte der Hölle waren im Dreifachen Land entfesselt worden. Während dieser Epoche geißelten Dämonen und ihre Schergen das Dreifachen Land. Als die beseelten Völker Schutz vor den Dämonen suchten ließen diese das Dreifache Land für mehrere Jahrhunderte in Finsternis versinken. Der Große Bürgerkrieg, in dem das erste protarische Imperium versank, und der zweite Zug der Verdammten, waren besondere Ereignisse zu Beginn dieser Epoche. Ebenfalls in dieses Zeitalter einzuordnen ist Arkenraels Fall, bei dem der astarische Erzengel Arkenrael als brennender Stern vom Himmel fiel, um den Sterblichen die Kraft der Magie zu geben. Die Jahrhunderte der Dunkelheit endeten durch den Feldzug des Lichts, in dem die Tore von Gorotha wieder verschlossen wurden, und an dessen Ende die Gründung des zweiten protarischen Imperiums zwischen den Ruinen der alten Hauptstadt Protaria stand.









