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Wappen Gamal Assad Gamal Assad ist eine der größten Städte des Dreifachen Landes. Sie liegt am östlichen Ufer des Gelben Meeres im Süden Coradans, dort, wo der Liss erneut entsteht, um dann wenig später endgültig in der Elosischen See zu verschwinden. Durch ihre gute Lage auf dem im Westen und Osten vom Wasser eingerahmten kleinen Landstreifen dominiert sie nicht nur den Landhandel durch dieses Gebiet, sondern auch die Seewege vom Gelben Meer in die Elosische See. Gamal Assad ist die größte Stadt in den freien Landen der Assadier. Ihre wohl mehr als 700.000 Einwohner drängen sich in ein schier unendliches Labyrinth aus dicht stehenden Lehm- und Sandsteinhäusern. Sie setzen sich zusammen aus den hier beheimateten Assadiern, Protariern aus dem Norden, Karamakranern aus dem Süden und einer Unzahl weiterer kleiner Volksgruppen. Diese große Menge an Kulturen hat Gamal Assad zu der lebenden, atmenden Stadt gemacht, die sie heute ist. Nirgendwo sonst vermischen sich so viele Bauarten, vom imperialen Block- und Säulenstil, über den alt-assadischen Lehmkantstil, bis hin zu Sandsteinhäusern mit Minaretten und golden roten Kuppeln aus dem Süden. Nirgendwo existieren so verschiedene Religionen nebeneinander. Obwohl die Heroenverehrung, und hierunter vornehmlich der Stadtheros Carlaion, und Ossidis und Mythenai, bei den meisten Bürgern den Vorrang genießen, ist es nicht ungewöhnlich, Kirchen der astarischen Erzengel neben Tempeln der Tiergötter aus dem Karamakrischen Großreich zu finden. Zudem ist Gamal Assad eine Stadt des Handels. Schier alle Waren und Dienstleistungen der Welt finden ihren Weg auf die zahlreichen Basare dieser Stadt. Selbst Seltenheiten der Grimmersmannen oder Schmuckstücke aus den versunkenen Ruinen der Naxzaya von Zul Hamon kann ein erfahrener Käufer hier erwerben. Gamal Assad dient auch als Tor zur riesigen Larramas Sandwüste. Karawanen, die sich aufmachen, um mit den in der Stadt verhassten Kell aus der Wüste zu handeln, oder die eine der sagenumwoben Ruinenstädte, deren zerstörte Bauten aus dem Sand der Wüste ragen, aufsuchen wollen, beginnen ihre Reise in Gamal Assad. Macht wird in Gamal Assad durch Reichtum definiert. Inmitten der Stadt, durch eine zusätzliche Stadtmauer von den anderen Vierteln getrennt, liegt das Dynastenviertel Gamal Assads. Hier bewohnen die Dynasten Burgen ähnliche Anwesen, von denen die normalen Bürger nur die obersten Stockwerke zu sehen bekommen. Die Dynasten sind die reichsten und mächtigsten Familien der Stadt. Hier gibt es nicht nur eine kleine Anzahl alteingesessener Familien, die die Geschicke der Stadt schon seit Generationen mitbestimmen, sondern auch viele kleinere Dynastenfamilien, die sich durch Reichtum einen Platz unter den Mächtigen der Stadt erkauft haben. Da Macht durch Reichtum definiert wird, besteht ein stetiger Konkurrenzkampf zwischen den Mächtigen der Stadt, in dem die kleineren Bürger schon so manches Mal unter die Räder gekommen sind. Das höchste Machtorgan der Stadt ist der Kronrat, der sich aus den Köpfen der höchsten Dynastenfamilien der Stadt zusammensetzt. Sie wählen aus ihrer Mitte auf Lebenszeit einen Prinzen, der nicht nur eine kultische Rolle besitzt, sondern auch den Vorsitz im Kronrat hat. Es wäre allerdings Irrsinn, wenn man annehmen würde, alle Macht liegt in den Händen des Kronrats. Zahlreiche kleine Magistrate, große Gilden, die unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften, selbst die Herren der vielseitigen Unterwelt der Stadt teilen sich einen Brocken dieser Macht.
Carlaion Statue Die Ursprünge der Stadt verschwinden im Nebel der Vergangenheit. Selbst in den Sagen von Veylar wird eine Stadt genannt, die dort liegt, wo heute Gamal Assad steht. Sie ist in den veylarischen Sagen als eine der elf ewigen Städte aufgeführt. Auch Ruinen tief in den Katakomben der Stadt künden von ihrem Alter. Den Legenden nach wurde Gamal Assad in den Jahrhunderten der Dunkelheit durch Dämonen und ihre finsteren Diener beherrscht, die die Menschen der Stadt versklavt hatten. Auch in den Geschichten der Kell taucht Gamal Assad als eine der Städte ihres untergegangenen Reiches auf, welches seine kurze Blüte in den ersten beiden Jahrhunderten nach dem Dämonenzeitalter hatte. Nach dem Untergang des Kell-Reiches wurde die Stadt von Assadiern bevölkert, und es dauerte nur wenige Generationen, bis sie an Größe und Macht sogar die Heimatstädte der Assadier auf Eloskan bei Weitem übertraf. Momentan befindet sich die Stadt in einer schwierigen Situation. Von Norden und Süden rücken das Protarische Imperium und das Karamakrische Großreich immer näher auf die Stadt zu, und der kleine assadische Gürtel dazwischen beginnt sich immer weiter zuzuschnüren. Die schwache Politik der Prinzen Gamal Assads in den letzten drei Jahrzehnten hat ihr Übriges dazu beigetragen, die Stadt zu schwächen. Ob und wie lange die Stadt ihre Unabhängigkeit wahren kann ist fragwürdig. Sicher ist nur, das Gamal Assad wie eine reife Frucht vor den Toren zweier Großreiche steht, die nur danach gieren, diese Frucht zu pflücken.