Reiche -> Neun Grafschaften -> Die neun Grafschaften, zerbrochenes Nandoria

Einst war Nandoria ein feudal organisiertes Königreich im Norden Aldarias an den südlichen Ufern der Wyrmsee. Es zerbrach jedoch 469 ZI. mit dem Tod Anetherons III. in seine einzelnen Grafschaften. Bis heute ist eine Wiedervereinigung der Grafschaften unter einem gemeinsamen König durch Rivalitäten der Grafschaften untereinander nicht gelungen. Die einzelnen Grafschaften sind: Klagenmark, Stolzherz, Isarn Thal, Eornis Thal, Illpharan, Lorngrimm, Ostwacht, Marnelbingen und Torosta. Die Menschen dieser Region sind größtenteils Argedâin, welche jedoch schon vor Generationen ihren alten Glauben abgelegt und durch protarische Missionare zu Anhängern Astars geworden sind. Den letzten Wendepunkt in der Geschichte des Zerbrochenen Nandorias stellte die Eroberung der südlichsten der Grafschaften, Torosta, durch die Legionen des Imperiums im Jahr 511 ZI. dar.

Kultur und Gesellschaft
Das alte Nandoria war wie viele Länder der Argedâin ein feudales Königreich, mit einem gekrönten Herrn an seiner Spitze, dem alle Adligen des Reiches als Vasallen untergeordnet waren. Der König Nandorias war der Lehnsherr aller Menschen seines Landes. Er vergab Land an seine Grafen, die auf der Lehnspyramide direkt unter ihm standen, und versprach ihnen Schutz und Schirm. Dafür mussten die Grafen dem König die Treue schwören, ihm den Waffendienst leisten, sich um das ihnen von ihrem Herrn zuerkannte Land kümmern, und die Burgen und Straßen in Stand halten. Unter den Grafen standen die Barone, die jeweils wiederum ein Stück Land aus der Grafschaft ihres Herrn zugeordnet bekamen, und somit in dem gleichen Verhältnis zu ihren Grafen standen, wie diese zum König. Im Niederadel existierten schließlich noch der Landherr und der Ritter, die durch einen Lehnsschwur an ihren jeweiligen Herrn gebunden waren. Alle Titel wurden nach dem Tod ihres Trägers an den ältesten Sohn vermacht, nur die gegenseitigen Schwüre mussten erneuert werden.
Doch als vor rund drei Generationen der letzte König Nandorias, Anetheron III. aus dem königlichen Geschlecht der Theremans starb und keinen Erben hinterließ, fehlt dieser Lehnspyramide der Kopf. Das alte Königreich ist in seine einzelnen Grafschaften zerfallen, und die jeweiligen Grafen stellen nun die höchsten weltlichen Herren des Landes. Auch wenn die restliche Adelsstruktur die letzten Jahrzehnte fast unverändert überstanden hat, muss der Reisende doch aufpassen, denn kleine lokale Unterschiede sind an der Tagesordnung.
Die nichtadligen Menschen der neun Grafschaften sind seit jeher in Stände eingeteilt, wobei der wichtigste Unterschied zwischen der einzelnen Ständen die Tatsache ist, ob man frei- oder unfrei ist. Frei sind zum Beispiel die Stadtbürger, Handwerker, Bäcker und Gildenangehörige. Sie alle können, in gewissen Grenzen, frei ihren Wohnort wählen, selbstständig ihre Rechte vor den Richtkammern vertreten, wenn sie denn genügend Geld haben, und, innerhalb der Richtlinien der Gilden, freien Handel betreiben.
Unfrei sind alle, die von einem Lehnsherren Land zur Bestellung bekommen haben. Also vor allem die Bauern. Ihnen ist das Recht versagt, ihren Wohnort zu wechseln und Handel zu treiben. Ihre Rechte werden für sie von ihrem Herrn vertreten. Doch Unfreie haben auch Vorteile. So steht der Herr eines Bauern beispielsweise in der Verantwortung, für dessen Wohlergehen und Schutz zu sorgen.
Die Ständeordnung unterhalb des Adels ist äußerst komplex und verworren. Im Allgemeinen kann man sagen, dass frei vor unfrei steht, Stadtbürger vor Landmann, und jemand mit viel Besitz vor jemandem mit weniger.
Der Klerus bildet einen eigenen Stand für sich, gilt als frei und ist als dem höchsten im Diesseits weilenden Herrn einzig und allein dem Primus der astarischen Kirche Untertan. Die einzelnen Familienverzwickungen von Angehörigen des Klerus sorgen jedoch dafür, dass dieser Stand nicht so weit außerhalb der weltlichen Gesellschaftsordnung steht, wie er es eigentlich sollte. Viele Priester haben Angehörige im Adel oder den Gilden und mischen sich somit auch häufig in weltliche Belange ein.