Die Grafschaft Isarn Thal ist ringsum von Bergen umschlossen und von den restlichen Grafschaften des Zerbrochenen Nandorias getrennt. Im Norden erheben sich die Schneespitzenberge, im Süden die Harpyengipfel, im Westen das riesige Volnorngebirge und im Osten der Landfall. Isarn Thal war nicht immer abgeschnitten von der Außenwelt, doch vor drei Generationen schloss sich bei einem Erdbeben der einzige schmale Pass zwischen den Schneespitzenbergen und den Harpyengipfeln. Der Landfall versperrt nun schon seit drei Generationen den Weg über den Pass und mit dem Fortschreiten der Jahre leben immer weniger Menschen, die sich noch an die Welt außerhalb des Ringes aus Bergen, der Isarn Thal vollkommen umschließt, erinnern. Seltsamerweise zerbrach etwa zeitgleich mit dem Erdbeben auch das alte Nandoria, als der letzte König des Reiches, Anetheron III, von unbekannter Hand ermordet wurde.
Als das Königreich Nandoria noch existierte, bevor es in die Neun Grafschaften zerbrach, war Isarn Thal die Grafschaft des königlichen Geschlechts von Nandoria. Zwar lag die Hauptstadt Nandor Eterna in der Grafschaft Eornis Thal, doch zogen sich der König und seine Familie immer wieder hierher zurück. Böse Zungen sagen, dass das Erdbeben, welches Isarn Thal von den anderen Grafschaften trennt, kein Zufall war.
Nun existieren in Isarn Thal nur noch einzelne Gehöfte und eine einzige kleine Stadt namens Lonnville. Im Norden von Lonnville liegt zudem noch ein altes Kloster des Palandros, die Abtei des St. Karystos. Das Haus Chalsoor regiert über die wenigen Menschen der Grafschaft. Das Wappen des Hauses ist ein brüllendes, schwarz-graues Bärengesicht auf weißem Feld. In den Hügel und Bergen ringsum hausen Stämme von Goblins, und wären nicht die Marrogs von Kor Torgass, mit denen die Menschen aus Lonnville einen Bund geschlossen haben, wären sie den zahlenmäßig weit überlegenen Goblins wahrscheinlich schon längst erlegen.
Lonnvill
Zwar befinden sich in Isarn Thal unzählige Fischergemeinden, Holzfällerdörfer und Weiler von Hirtenfamilien, doch Lonnvill ist die einzige größere Gemeinde dieser Grafschaft. Seine 600 Einwohner leben hauptsächlich innerhalb des Mauerrings, der die Gemeinde umgibt. Die meisten der Gebäude sind aus dunklem Stein aus den Schneespitzenbergen gebaut und haben rote und ockerfarbene Schindeldächer. Viele rauchende Schornsteine erheben sich in den Himmel. Die meisten der Gebäude der Stadt haben vor ihrer Front einen kleinen Blumen- und Gemüsegarten. Drei mit Kopfsteinen gepflasterte Straßen, in die Wagenrinnen eingehauen sind, beginnen an jedem der drei Stadttore, dem Süd-, dem Ost- und dem Westtor, sich kreuz und quer durch die Stadt zu schlängeln, um dann beim Marktplatz, an dem auch das Gasthaus „Der Weiße Wolf“ steht, zusammen zu treffen. Viele kleine Gassen ziehen sich einem Netz gleich durch die Gemeinde und liegen durch die sie überragenden Häuser in fast dauerhaftem Schatten. Innerhalb der Mauern, direkt am südlichen Tor, steht das Wachhaus, das Hauptquartier der Wache von Lonnvill. Zudem verfügt die Gemeinde noch über eine kleine Kapelle des Galadian. Das Herrenhaus des Grafen Alkuin Chalsoor von Isarn Thal befindet sich im Norden der Stadt auf einem kleinen Hügel und ist von einer eigenen, kleinen Mauer umgeben. Der „Weiße Wolf“ ist das einzige Gasthaus der Stadt, doch dank der guten Führung und Pflege des Wirtes und Besitzers haben die Einwohner von Lonnvill diese geringe Auswahl nicht zu beklagen.
Grauberg
Grauberg ist eine alte, verlassene Gebirgsstadt an dem Kreuzpunkt der Harpyengipfel und des Landfalls. In den Tagen des alten Nandorias, als es den Landfall noch nicht gab, profitierte Grauberg von dem Handel, der zwischen der Grafschaft Isarn Thal und den äußeren Grafschaften des Reiches existierte. Als vor über drei Generationen durch ein Erdbeben der Landfall aufgeschüttet wurde, und von da an die Wege nach Isarn Thal unpassierbar wurden, starb Grauberg langsam aus. Nach und nach verließen immer mehr Einwohner die Stadt, um in den restlichen äußeren Grafschaften ihr Glück zu suchen. Von den einstmals über 8000 Einwohnern blieb niemand. So wie Isarn Thal zur verlorenen Grafschaft wurde, wurde Grauberg zur verlassenen Stadt.
Grauberg liegt hoch in den Bergen und ist nur noch über einige schwer zugängliche Pässe, die vorwiegend von räuberischen Goblins bewohnt werden, zu erreichen. Die Stadt ist von allen Seiten von Bergen umgeben. Ihre grauen Steinbauten, die meist zwei oder drei Stockwerke aufweisen, zeigen langsam Spuren des Zahns der Zeit. Risse bilden sich in einst prachtvollen Mauern, Türme und Dächer sind teilweise schon eingestürzt und die Natur erobert langsam aber sicher zurück, was der Mensch ihr einst nahm.
Wenn vorher erwähnt wurde, alle Einwohner hätten Grauberg verlassen, so stimmt dies nicht ganz. Ein alter, einsamer Eremit ist in den ehemaligen Turm der Raan Lytor eingezogen, als diese ihn verlassen hatten, und hat dort sein neues Domizil aufgeschlagen. Lysandros der große Magus bewohnt den Grauen Turm, der aus einem tiefen Krater inmitten der Stadt emporwächst.









