Die Grafschaft Stolzherz ist eine der neun alten Grafschaften des ehemaligen Königreiches Nandoria. Sie liegt im Westen der Drachenzahnbucht, und grenzt im Norden an die Grafschaft Klagenmark und im Süden an die Grafschaft Eornis Thal an. Vor dem Bruch Nandorias, bevor durch ein Erdbeben der Landfall aufgeworfen wurde, besaß Stolzherz im Westen noch eine gemeinsame Grenze mit der nun abgeschnittenen Grafschaft Isarn Thal. Doch nun wird die Grafschaft Stolzherz seit fast drei Generationen im Westen durch die Berge und Klippen des Landfalls begrenzt.
Die Ländereien der Grafschaft werden vornehmlich durch weite, fruchtbare Felder und dichte, tiefe Mischwälder geprägt. Schon seit Anbeginn des alten Nandorias war Stolzherz eine der Grafschaften des Königreiches. Ebenso alt ist die Einteilung der Grafschaft in drei Baronien, die jeweils typische Landschaftsmerkmale aufweisen. Die östlichste der Baronien ist die Baronie Drachenklippe, die nach der an der nördlichen Küste gelegenen, schroffen und steil aufragenden Drachenklippe benannt ist. Das Gelände steigt hier vom Wasser zum Inland hin stetig an, und ist bedeckt von unzähligen Feldern, auf denen die Bauern des Barons von Drachenklippe ihre Lehnsarbeit und Frondienste verrichten. Die mittlere der Baronien ist die Baronie Nebeltal. Das Gelände liegt hier tiefer als im Umland, und viele kleine dicht bewaldete Täler und Senken prägen die Landschaft. Durch unzählige kleine Flüsse, Bäche und Seen liegt Morgens wie Abends häufig ein dichter Nebelschleier auf Bodenhöhe, weshalb die Baronie auch ihren Namen trägt. Die Menschen hier sind sowohl Jäger als auch Holzfäller, und das Holz der Nebelkiefer erfreut sich auch in den anderen Grafschaften hoher Beliebtheit. Die westlichste der Baronien ist die Baronie Grauberg. Sie wurde nach ihrer alten Hauptstadt benannt, die nun seit dem Landfall leer und verlassen ist. Mehrere kleine Städte und Dörfer liegen in der Baronie Grauberg um die vielen kleinen Hügelketten und Bergkuppen verteilt, die hier die Landschaft dominieren. Die Menschen in Stolzherz leben größtenteils in Dörfern und Weilern auf dem Lande, die hier und da von einer kleinen Burg oder Feste ihres Lehnsherrn beschützt werden. Nur wenige Menschen leben in größeren Städten wie Taron Ahn. Im Gegensatz zu den Bewohnern Klagenmarks sind die Menschen hier gastfreundlich und zuvorkommend. Zudem sind sie in ihren Ansichten häufig konservativ und streng gläubig. Überall in der Grafschaft findet man kleine Schreine und Kapellen, die den Erzengeln Astars geweiht sind. Nur in den wenigen Städten der Grafschaft existieren größere Tempel und Kirchen. Eine der Besonderheiten der Grafschaft sind der hier ansässige Honorische Orden, der nahe der Drachenklippe seine Ordensburg besitzt, und das abgelegene Mönchskloster St. Gregorius im Süden der Baronie Nebeltal. Taron Ahn ist nicht nur die größte und prachtvollste Stadt der Grafschaft, sondern zugleich auch ihre Hauptstadt. Von hier aus herrscht das Haus Paligard schon seit Generationen über die Grafschaft, und die Grafen des Hauses erwiesen sich stets als gütige und rechtschaffene Lehnsherren. Zur Grafschaft Eornis Thal im Süden und dem dort herrschenden Grafengeschlecht der Halasthiels pflegen die Herren von Stolzherz seit jeher gute Beziehungen, nur zum Norden, nach Klagenmark und den dort herrschenden Alacrons sind die Beziehungen immer wieder durch Streitereien und kleinere Fehden angespannt.
Das Wappen des Hauses Paligard ist ein aufrechtes Schwert vor einer aufgehenden goldenen Sonne auf rotem Feld.
Ordensburg St. Honorius
Die Ordensburg des St. Honorius ist eine der prächtigsten Bauten der gesamten Region. Sie liegt an der Drachenküste im Norden der Grafschaft Stolzherz und steht dort auf dem Sturmfels, einem Hochberg aus grauem Kalk, um den rund herum die kleine Ortschaft Kalkenberg liegt.
Hohe weiße Mauern aus hellem Granit, Wehrtürme und schwarze Schindeldächer, die in der Sonne dunkelblau funkeln, erheben sich auf dem Sturmfels in die Höhe. Die Ordensburg besteht aus mehreren kleinen Festen, die den Sturmfels ringförmig bedecken, zwischen denen gepflegte Grünflächen und Paradeplätze liegen.
Die Weiße Wacht ist die Hauptfeste des Ordens, in ihrem Innern befinden sich die prächtige Choralhalle, die Sakristei und die Ratskammer des Ordens.
Über die Weiße Wacht gelangt man in die Ordensburg. Sie ist zugleich eine starke Wehrburg und die Waffenkammer des Ordens. In ihrem Innern befinden sich zusätzlich noch zahlreiche Trainingsräume für Kampfübungen.
Die Weiße Halle ist die Wohnburg der Ordensbrüder. In ihrem Innern befinden sich der Speisesaal, die Schlafräume, die Küche und die Bibliotheken.
Der Weiße Turm ist zugleich das höchste und das tiefste Gebäude der Ordensburg. In seinen Obergeschossen, von denen aus man weit hinaus ins Land und aufs Meer schauen kann, befinden sich mehrere Wachräume. Zudem führt er in die Gruftkatakomben, die tief in den kalkigen Sturmfels gehauen worden sind, wo auch das Grab von Diodan Honorius liegt.









