Das menschliche Volk der Mha’dim bewohnt große Teile des warmen Südens von Coradan, die als die Mha’dim Sultanate bezeichnet werden. Generationen lang waren sie Unterdrückte des Karamakrischen Großreiches, bis sie sich vor wenigen Jahrzehnten größtenteils von der Herrschaft des Großkönigs befreien konnten. Heute sind die Mha’dim Sultanate, mit ihren vielen kleinen und größeren Reichen, ein lebendiger, florierender Teil des Dreifachen Landes geworden, in welchem wie kaum anderswo Pracht und Niedertracht, Reichtum und Armut, Macht und Ohnmacht nebeneinander gefunden werden können.
Die Mha’dim sind durchschnittlich von etwas kleinerem Wuchs und feinerem Körperbau als viele andere Menschenvölker des Dreifachen Landes. Ihre Haut ist von hell- bis dunkelbraunem Ton, ihre Augen und Haare meist sehr dunkel. Zwar sind die Männer der Mha’dim sehr stolz auf ihre fein säuberlich gepflegten und gezwirbelten Bärte, doch ist ihr Bartwuchs nicht sonderlich stark. Den Frauen der Mha’dim wird überall in den bekannten Ländern eine unglaubliche Schönheit nachgesagt, und nicht nur in den Sultanaten der Mha’dim wird ihre Schönheit besungen. Traditionelle Gewandung der Mha’dim sind weite farbenprächtige Gewänder aus leichten Stoffen. Schmuck und Schminke gehören bei Männern wie bei Frauen zum Alltag. Um sich vor der Sonne zu schützen tragen Männer häufig einen Turban und die Frauen verschleiern aus traditionellen Gründen ihre Gesichter, so dass nur ihre Augen sichtbar bleiben.
Die Gesellschaft der Mha’dim ist patriarchalisch aufgebaut. Der Familie, oder im größeren Falle der ganzen Sippe, steht ein Vater, der Hairan, vor. Für reiche Männer ist es hierbei durchaus nicht unüblich, in einer Vielehe mit mehreren Frauen zu leben. Das Wort des Hairans ist für alle Familienmitglieder verbindlich. Er trägt die Verantwortung für die ganze Familie. Die Söhne tragen den Namen ihres Vaters sogar als Nachnamen, um ihren Vater zu ehren. So heißt Feisal ibn Tulachim beispielsweise Feisal, Sohn des Tulachim.
Auch Ansehen und Macht verhalten sich in der Gesellschaft der Mha’dim anders. Feste Geburtsstände wie die der Argedâin sind hier genauso unüblich, wie den gesellschaftlichen Status eines Menschen von seinen Taten und seinem Ruf abzuleiten, wie es bei den Protariern der Fall ist. Bei den Mha’dim wird Status durch Reichtum und dessen Früchte repräsentiert. Den Mha’dim ist durchaus bewusst, dass Reichtum genauso schnell gehen kann, wie er gekommen ist. Deshalb ist es bei ihnen Brauch, erworbenen Reichtum in Pracht und Größe zu investieren, und anderen so ihren Reichtum zu zeigen. Dieses gesellschaftliche Spiel um Reichtum und Ansehen hat nicht nur dazu geführt, das die Mha’dim schnell in ihrem Stolz verletzt werden können, da sie so befürchten, auch an Ansehen zu verlieren, sondern hat aus ihnen auch ein Volk aus großen Kaufläuten und Feilschern gemacht. Für sie kann Allem ein Preis zugeordnet werden, der sich hauptsächlich aus der Feilschkunst der Händler ergibt.
Ein weiteres Ergebnis ihrer Kultur sind die prächtigen Palastbauten in den Sultanaten der Mha’dim. Zwiebeltürme und reich verzierte Mauern aus Marmor und Alabaster schmücken diese Prachtbauten. Reich verzierte bunte Stoffe, die mit Mustern des Sternenhimmels, Halbmonden oder goldenen Sonnenaufgängen geschmückt sind, erfreuen sich bei den Mha’dim hoher Beliebtheit.









