Völker -> Nicht menschlich -> Trolle

Die Trolle Tamelorns sind ein geheimnisvolles und zurückgezogen lebendes Volk. Sie bewohnen die schwer zugänglichen Wald- und Hügellandschaften in den kalten und regnerischen Regionen Aldarias und im Norden Coradans. Da sie Hitze nur schwer ertragen können sind sie in südlicheren Landen äußerst selten. Die Menschen und die meisten anderen Völker des Dreifachen Landes wissen nur wenig über Trolle, da diese nicht nur in schwer zugänglichen Landen leben, sondern zusätzlich auch noch nachtaktiv sind, und sich nicht groß um den Kontakt zu anderen Völkern scheren. Obwohl Trolle eigentlich sogar größer als Marrog werden, erscheinen die häufig etwas kleiner als Menschen. Ihr gekrümmter Rücken, die lang herabhängenden Arme und ihre gekrümmten Beine verdecken ihre eigentliche Körpergröße. Wenn sie sich strecken und vollends aufrichten sind nicht wenige Fremde überrascht, dass ein Troll sogar einen gewöhnlichen Marrog noch um eine Kopflänge überragt. Trolle haben einen hageren und drahtigen Körperbau und ihre Bewegungen lassen an einen stets gespannten Bogen denken. Die Haut von Trollen ist einzigartig unter den Völkern Tamelorns, denn Trolle sind in der Lage, die Farbe ihrer Haut zwischen natürlich Grün-, Braun- und Grautönen zu wechseln. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihnen, sich in ihrer natürlichen Heimat fast perfekt zu verbergen. Allerdings ist ihre Haut gegenüber Feuer sehr empfindlich, und auch Austrocknung oder Hitze können ihr schaden. Trollgesichter sind lang und wirken auf Menschen meist grotesk. Ihr Unterkiefer, aus dem sich große Hauer nach oben krümmen, auf die Trolle äußerst stolz sind, ragt weit heraus. Ihre Nasen sind lang, spitz und nach unten gekrümmt. Trolle verfügen über gelbliche, raubtierhafte Augen, mit denen sie äußerst gut im Dunkeln sehen können. Auch die Ohren von Trollen sind lang und laufen spitz zu. Knapp über ihrer Stirn beginnt der Ansatz einer pferdeähnlichen Mähne, die aus borstigen, dunklen Haaren besteht. Sie kann bei manchen Trollen weit über den Rücken hinunter laufen.
Die Lebenserwartung eines Trolls ist ähnlich gering wie die eines Marrog. Trollkinder leben mitten unter den Mitgliedern eines Stammes, allerdings werden sie nur in den ersten paar Jahren von ihren Müttern behütet. Danach müssen sie auf sich allein gestellt in der rauen Umgebung ihres Stammes überleben und werden nur wenig oder gar nicht von den anderen beachtet. Erst mit ungefähr zehn Jahren gelten sie als erwachsen und zählen als Stammesbrüder. Das Höchstalter eines Trolls liegt irgentwo zwischen 40 und 50 Jahren. Da Trolle ihr Alter allerdings in Mondzyklen zählen, und auf die Zählkunst von Trollen nicht unbedingt Verlass ist, ist eine Umrechnung in normale Jahre schwierig.
rolle leben in einer primitiven Stammesgemeinschaft. Aufgrund ihrer Zähigkeit und Widerstandskraft lieben sie raues Wetter, kalten Wind und endlosen Regen. Für sie ist die Jagd einer der wichtigsten Lebensinhalte. Während Trollfrauen, deren Wert als ziemlich gering geachtet wird, im zwischen Felsen geschützten Zeltlager bleiben, ziehen die Trollmänner in die Wildnis um zu jagen. Bei der Jagd messen sie ihre Fähigkeiten und Stärken. Es ist bei Trollen üblich, ihre Errungenschaften als Trophäen zu sammeln, sich damit zu schmücken und sie zu präsentieren. Je höher der Status eines Trolls im Stamm, desto mehr Narben ritzt er sich ins Fleisch. Aus diesem Narbenschneiden ist bei einigen Trollstämmen ein richtiger Initiationsritus entstanden, in dem der neue Status eines Trolls bestimmt wird. Häuptling eines Stammes darf sich der geschickteste und beste Jäger nennen, der seinen Rang nur im Kampf wieder verlieren kann. Neben dem Häuptling existiert noch der Schamane im Stamm. Von allen gefürchtet und von jedem respektiert übernimmt er die Rolle eines Vermittlers zu der Geisterwelt der Trolle. Denn Trolle glauben an eine Unzahl von Geistern, die in der Welt leben. Seinen dies die Geister der Verstorbenen, oder die natürlichen Geister der Natur in ihrer Umgebung. Der Schamane gebietet über die Macht, diese Geister zu rufen, mit ihnen zu sprechen und sie manchmal auch zu kontrollieren.
Zwar wissen Trolle um die Erschaffung von Feuer, doch kommen sie aufgrund ihrer Angst vor ihm ohne es aus. Das führt letztlich dazu, dass sie ihr Fleisch roh und kalt essen, die Kälte lieben und keine Schmiedekunst beherrschen. Sie bauen sich primitive Waffen aus Stein, Holz und Knochen, von Dolchen über Äxte bis hin zu Speeren, die sie meisterlich einzusetzen verstehen. Als Kleidung tragen Trolle, wenn überhaupt, einen ledernen Lendenschurz mit einem Gurt, an dem Lederbeutel hängen, in denen sie ihre weniges Hag und Gut verstauen. Rüstung verschmähen Trolle ganz, denn sie hassen eine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit.
Die Geschichte der Trolle liegt im Dunkel der Vergangenheit verborgen. Ebenso wie Marrog besitzen Trolle keine eigene Schrift. Nur die Geschichten der Schamanen und Wandmalereien in Höhlen, die schon seit Urzeiten von Trollstämmen bewohnt werden, können einen fragmentarischen Einblick in die Geschichte der Trolle liefern. Und selbst hier ist wegen der verschlossenen und zurückgezogenen Natur der Trolle nur schwer etwas zu ermitteln. Wirklich bekannt ist nur, dass schon die Avellar in ihrem Goldenen Zeitalter von den Trollen berichten, und sie damals wie heute in ihrer primitiven Stammesgesellschaft in den gleichen Weiten gelebt haben.